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Eine Pipeline

Warum die Pipeline Line 3 ein Rückschritt für unsere Klimaziele ist 

Grünes Blatt Hintergrund
Als ein Unternehmen, dessen Name unser kontinuierliches Engagement für die nächsten sieben Generationen repräsentiert, widerspricht der Ausbau der Line 3 Ölpipeline allem, woran wir glauben.

Wir sind ein Unternehmen, das bereits im Namen sein Engagement für den Schutz des Planeten zum Ausdruck bringt. Darum verstößt die Erdöl-Pipeline-Erweiterung Line 3, die von Alberta in Kanada durch die US-Bundesstaaten Minnesota und Wisconsin verläuft, für uns bei Sieben Generationen gegen alles, woran wir glauben, um die Welt für die nächsten sieben Generationen gesünder, nachhaltiger und gerechter zu machen.  

Darum engagieren wir uns und unterstützen aktiv die Kampagne, die US-Präsident Biden dazu bringen will, den Betrieb von Line 3 zu stoppen.

Wenn wir die Ziele des Pariser Klimaabkommens erreichen wollen, müssen wir sicherstellen, dass Entscheidungsträger*innen weltweit fossile Energieträger im Boden lassen. Die Pipeline Line 3 ist eine Katastrophe für unsere Klimaziele – aus folgenden Gründen:

Was ist Line 3?  

Line 3 ist eine 7,5 Mrd. US-Dollar schwere Pipeline-Expansion, um täglich fast 1 Million Barrel Teersandöl aus Alberta in Kanada nach Superior im US-Bundesstaat Washington zu bringen. Tag für Tag wird auf dieser langen und gefährlichen Strecke bereits Öl transportiert, doch die bestehende Line 3 ist alt, korrodiert und weist Lecks auf [1]. Die Expansion würde nicht nur bedeuten, dass die vorhandene Pipeline langsam in der kostbaren Erde von Minnesota verrottet, sondern würde die Kapazität der Pipeline auch fast verdoppeln. Line 3 ist eine Katastrophe für die Umwelt und die Menschenrechte, deren Folgen über Generationen spürbar sein werden – heute, morgen und weit in der Zukunft.

Was ist Teersandöl? 

Teersand ist ein Feststoffgemisch aus Ton, Sand und Bitumen (im Grunde festes Öl). Da sich Teersand in der Regel unter der Erde befindet, muss er zunächst mit Dampf erhitzt werden, bevor er an die Oberfläche gepumpt werden kann. Dort wird er dann raffiniert und über weite Entfernungen in Pipelines transportiert. Der ganze Prozess ist ein absoluter Albtraum für unser Klima. Die Teersandproduktion setzt dreimal so viel Treibhausgas frei wie konventionelles Rohöl [2]. Sie verletzt sensible Ökosysteme und bedroht die Wasserversorgung und Menschen vor Ort. 

Was ist so schlecht an Line 3? 

Ein Überblick:

  • Line 3 erschwert die ABKEHR von fossilen Energieträgern. Heutige und künftige Generationen sind darauf angewiesen, dass wir die globale Erwärmung unter 1,5 °C halten [3]. Das können wir nur erreichen, wenn wir fossile Brennstoffe im Boden lassen. Line 3 macht genau das Gegenteil.

  • Line 3 ist TEUER. Der US-Bundesstaat Minnesota veranschlagt die sozialen Kosten für Kohlendioxid (“social cost of carbon”)* für eine neue Line 3 mit 287 Mrd. USD in den ersten 30 Jahren [4].

  • Line 3 ist schlecht für die LUFT. Der Bau von Line 3 entspricht grob dem Bau von 50 neuen Kohlekraftwerken [5].

  • Line 3 ist schlecht für das WASSER. Die geplante Strecke der neuen Line 3 verläuft durch über 200 Gewässer, 120 Kilometer Feuchtgebiete und flache Grundwasserspeicher.  

  • Line 3 ist schlecht für NUTZPFLANZEN. Line 3 verläuft in Minnesota über besonders kostbare Böden sowie einige der weltweit größten Felder für den Wildreisanbau.

  • Line 3 wird mit ziemlicher Sicherheit UNDICHT werden. Die meisten Pipelines werden irgendwann undicht. Laut einer Studie des US Department of Transportation [6] besteht eine Wahrscheinlichkeit von 57 %, dass es innerhalb von 10 Jahren zu einem größeren Ölaustritt kommt.

  • Line 3 verletzt ABKOMMEN. Die Stammesnationen und indigenen Bevölkerungsgruppen im Bereich der Line 3-Strecke haben das Projekt abgelehnt. Das bedeutet, der Bau verletzt unantastbare Abkommen, die über 150 Jahre zurückreichen, und tritt die Souveränität der Communitys mit Füßen.  

Was wird unternommen, um Line 3 zu stoppen?  

Indigene Gemeinden und ihre Verbündeten haben Widerspruch eingelegt. Ihre Stimme wurde im ganzen Land gehört. Sie haben Unternehmen, Abgeordnete und Bürger*innen inspiriert, sich mit diesem Thema zu beschäftigen und aktiv zu werden. Die indigenen Menschen, die an der Pipeline-Strecke leben und arbeiten, haben das Projekt vor Gericht gebracht und vor Ort protestiert. Leider haben diese mutigen Initiativen nicht ausgereicht, die Fertigstellung von Line 3 zu verhindern.

Was können Entscheidungsträger*innen unternehmen, damit fossile Brennstoffe im Boden bleiben?

196 Länder haben das historische Pariser Klimaabkommen unterzeichnet, mit dem Ziel, die globale Erwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen. Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn nationale Maßnahmen die im Pariser Abkommen definierte Vision aufgreifen. Das bedeutet, wir brauchen nationale Maßnahmen, um dafür zu sorgen, dass fossile Energieträger im Boden bleiben. US-Präsident Biden hat die Macht, solche Maßnahmen gegen Line 3 anzustoßen. Doch bislang hat sich nichts getan.

Das Problem gibt es nicht nur in den USA. In Deutschland wurden ganze Gemeinden zerstört, um Platz für den Kohleabbau zu schaffen. Im Vereinigten Königreich wird ein neues Kohlebergwerk gebaut, obwohl das Klima-Komitee der britischen Regierung selbst angibt, dass dies die Bemühungen des Landes zur Erfüllung seiner Verpflichtungen gegenüber dem Pariser Klimaabkommen behindert. Wir brauchen unbedingt eine Politik für das Ziel von 1,5 °C – und globale Entscheidungsträger*innen, die dies umsetzen können.  

Was können wir selbst tun? 

Wir laden dich dazu ein, dich mit uns und allen anderen, die sich gegen Line 3 engagieren, zu solidarisieren – insbesondere mit den Menschen vor Ort, die direkt betroffen sind. Sie brauchen unsere Unterstützung. 

[1] https://www.mprnews.org/story/2021/03/03/30-years-ago-grand-rapids-oil-spill 

[2] https://www.biologicaldiversity.org/campaigns/no_tar_sands/index.html 

[3] https://climate.nasa.gov/news/2865/a-degree-of-concern-why-global-temperatures-matter/ 

[4] https://www.edockets.state.mn.us/EFiling/edockets/searchDocuments.do?method=showPoup&documentId=%7B806A765E-0000-C118-86D6-0C8B470CCF0D%7D&documentTitle=20179-135432-01 

[5] https://www.mepartnership.org/line3/ 

[6] https://www.phmsa.dot.gov/sites/phmsa.dot.gov/files/docs/technical-resources/pipeline/16691/leak-detection-study.pdf 

[7]https://www.stopline3.org/news/600morearrests-theguardian 

*Die Kosten für das Ausgleichen des in die Atmosphäre freigesetzten Kohlenstoffs.